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Der Kumpel hält das Licht

veröffentlicht am Donnerstag, 07. November 2019 von zip

foto: zipdesign

Grubenmännchen-Ampeln als Denkmäler des Bergbaus

Gelsenkirchen. Mit „Schicht im Schacht“ endete im vergangenen Jahr hier in Gelsenkirchen eine Ära. 178 Jahre nach den ersten Bohrungen auf der Suche nach dem „schwarzen Gold“ im  Jahre 1840, verabschiedete sich Gelsenkirchen Ende 2018 endgültig vom Kohlebergbau. Ein notwendiger Schritt auf dem Weg in eine saubere, umweltbewusstere Zukunft, aber dennoch ein emotionaler Abschied für alle „Pottkinder“, deren Leben über Generationen vom Bergbau geprägt wurden. Als besondere Denkmäler an die ehemaligen Kohlestandorte dienen nun seit dem 20. September „Kumpel-Ampelmännchen“ in allen fünf Gelsenkirchener Stadtbezirken:  In Gelsenkirchen-Nord finden wir den wegweisenden Kumpel an der Ecke Düppel- und Horster Straße, wo an die Zeche Hugo in Buer erinnert wird, welche von 1875 bis 1997 etwa 3,5 Millionen Tonnen Steinkohle jährlich zutage brachte. 

Im Osten der Stadt war von 1868 bis 1966 mit einer Förderung von etwa 2,5 Millionen Tonnen Steinkohle jährlich die Zeche Graf Bismarck aktiv, wovon heutzutage nur noch wenig zu erkennen ist. Hier regelt nun an der Ecke Frankamp- und Wittkampstraße das neue Grubenmännchen den Verkehr in Gedenken. 

Der Nordsternpark im Gelsen-kirchener Westen an sich ist bereits ein wichtiges Wahrzeichen unserer Stadt und selbstverständlich darf auch hier eine „Bergmann-Ampel“ nicht fehlen. An der Ecke Zum Bauverein und Sandstraße, hält unser Kumpel seine Laterne in Gedenken an die Zeche Nordstern, welche von 1868 bis 1982 förderte. 

Auch die alte Zeche Consolida-tion in Gelsenkirchen-Mitte hat bereits seit ihrer Schließung 1993 mit dem Consol Theater einen neuen kulturellen Standort geformt und es ist nur schwer vorstellbar, dass hier bereits 20 Jahre nach Eröffnung im Jahre 1865 bis zu 700.000 Tonnen Steinkohle jährlich von rund 2.300 Mitarbeitern abgebaut wurden. Die Ampelanlage an der Ecke Marschall- und Bismarckstraße ist das neue Refugium unseres Kumpels und gemeinsam mit der Kunstinstallation „Consol.Gelb“, wird hier das Licht bei der Nacht gehalten. 

Im Süden der Stadt wurde bereits Anfang des Jahres das Grubenmännchen auf der Ampel an der Rotthauser Straße eingeführt, welches als Testphase für die anderen Standorte vorausging. Hier wird an die Zeche Dahlbusch erinnert, welche von 1860 bis 1966 das „schwarze Gold“ zutage förderte und mit der Entwicklung der Dahlbusch-Rettungsbombe 1955 das Leben der Kumpel fortan etwas sicherer machte. 

Sicherer? Ganz nebenbei haben die Ampelkumpel nun auch noch eine weitere Funktion. Ampelkumpel in Doppelfunktion. Zum einem  kann man nun den Kindern den tieferen Sinn der Ampelmännekes  in Bezug auf die Bergbaugeschichte Gelsenkirchens spielerisch erklären. Gleichzeitig natürlich auch die Funktion der Ampel ansich. Wie cool: Ampelkumpel - pädagogisch wertvoll.