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Die Zahlen gut, und die Aussichten?

veröffentlicht am Dienstag, 22. Juni 2021 von zip

foto: Rudolpho Duba/pixelio.de

Sinkende Inzidenzzahlen sorgen für Lockerungen Gelsenkirchen verzeichnet fast 20% Laden-Leerstände

Gelsenkirchen. Gut, die Inzidenzzahlen sinken und erreichen Stand heute, Dienstag, 15. Juni 2021, mit 23,49 den niedrigsten Wert seit vielen Monaten und deutschlandweit liegt die Zahl bei 15,5. Das ist sehr erfreulich, denn jetzt kommt etwas Entspannung ins alltägliche Leben. Hallen- und Freibäder öffnen wieder, es kommen wieder Zuschauer in die Fussball-Stadien und die Kultur hält auch wieder Einzug in unser Leben, es finden endlich wieder Konzerte erste statt.

Einmal tief durchatmen und auch das sommerliche Wetter genießen. Freunde zum grillen treffen und zu kleinen Festen und Feiern einladen, all das kommt jetzt wieder und dazu auch die herrlichen Temperaturen samt Sonnenstrahlen. Aber ganz ehrlich, war es das jetzt? Irgendwie will man es hoffen, aber wenn man nach England schaut, ist es nicht verwunderlich, wenn es einem noch nicht ganz behagt, dieses "neue" Lebensgefühl. Auf der Insel macht man gerade alles wieder dicht, das ist der 4. Welle geschuldet, der Delta-Virus ist als Mutation unterwegs. Sind wir also alle noch vorsichtig, werden wir nicht leichtsinnig, die Pandemie ist längst noch nicht überstanden. Das merkt auch der Einzelhandel. Die Kaufkraft ist zwar gestiegen, gekauft wird aber weiterhin im Internet, die Händler hier sind mit Prognosen noch sehr zurückhaltend. Corona hat sowohl Gastronomie als auch den Handel sehr schwer getroffen. Laut einer WAZ-Umfrage von heute sind in Gelsenkirchen bereits knapp 20% der Ladenlokale geschlossen. Weitere werden noch folgen. Um so mehr ist es wichtig, dass die Städte weiterhin auf von Land und Bund bezuschusste Förderprogramme bauen können. Auch für die Kleinen und Mittelständischen Unternehmen, bei denen die aufgelaufenen Rückstände durch die Pandemie noch zu bewältigen sind, müssen weiterhin Hilfen zur Existenzwahrung fließen. Das ist für größere Unternehmen durch das Kurzarbeitergeld jetzt erstmal abgesichert. Aber was ist mit den kleineren Betrieben, den Einzelhändler und Familienbetrieben? Die darf man an dieser Stelle nicht vergessen. Und Zahlen können auch die Wirtschaft unsauber interpretieren. Wie viele kleinen Betriebe haben aufgegeben ohne gleich Insolvenz anzumelden? Denn irgendwann ist die Zeit der Stundungen durch Finanzämter und durch die Krankenkassen abgelaufen. Auf diese haben sehr viele Unternehmen zurückgegriffen. Dann wird sich herausstellen, auf wessen Worte und Taten für Hilfen seitens der Politik sich die KMUs diesbezüglich verlassen können.     -zip-