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Gelsenkirchen in der 3. Welle

veröffentlicht am Donnerstag, 15. April 2021 von zip

foto: zipdesign |

KMUs sind hart getroffen und brauchen Hilfe

Gelsenkirchen. "kreuzmisecki nochma, dat kann doch allet garnich wahr sein", so hat unser Oma früher immer mal geflucht. Mehr als ein Jahr ist es nun her, da kam der 1. Lockdown. Immer noch schleicht sich das Virus durch die Gemeinden und die Zahlen der Infektionen gehen nicht zurück. Die Inzidenzwerte in Gelsenkirchen: immer noch weit über 100. Die sogenannte „Notbremse“ soll greifen, wenn die 7-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 Neuinfektionen liegt. Es gelten jetzt wieder die Beschränkungen, die bis zum 7. März in Kraft waren. Weitere härtere Maßnahmen greifen jetzt auch.

Die Ausweitung einer Schnelltest-Pflicht auf Bereiche, wo Abstandsregeln und konsequentes Maskentragen erschwert sind, Ausgangsbeschränkungen zwischen 21:00 und 5:00 Uhr und verschärfte Kontaktbeschränkungen. Es dürfen sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Paare sollen generell als ein Hausstand zählen. Kinder bis 14 Jahre zählen extra. Soweit das grobe. Sicher wird es wieder ein paar Tage dauern, bis sich alle das eingeprägt haben, was nun wirklich gemeint ist und was nicht. Es ist wohl eine Notwendigkeit, diese verschärften Maßnahmen einzuleiten, aber mittlerweile nervt es zunehmend ab. So muss man mit ansehen, wie Klein- und Mittelständige Unternehmen (KMUs) den Bach runtergehen, und das aus verschiedensten Gründen. Den finanziellen Belastungen über einen so langen Zeitraum standzuhalten, das ist nun kaum mehr möglich. Es greifen jetzt auch die Mühlen der Justiz, wer nicht zahlt muss sich trotzdem dem Rechtssystem beugen. Mieten, Kranken- und Sozialbeiträge, Steuern usw.. Der hiesigen Wirtschaftsförderung sind zwar keine Insolvenzen bisher bekannt, lediglich eine Geschäftsaufgabe wurde bisher im Zusammenhang mit Cov19 gemeldet. Doch sind bereits zwischen 50 und 60 KMUs so angeschlagen, dass hier kaum noch Hoffnung besteht. Das geht auf Anfragen an Krankenkassen, Banken und Rechtsbeiständen hervor. Wer sich bemüht, das Schiff auf Kurs zu halten, wird meist den Spruch hören: „Da sind Sie ja nicht das einzigste Unternehmen.” Das ist dann echt zu wenig. Wenn Maßnahmen der Kommunen dann auch nicht richtig greifen und die Motivationen trotz aller Verständnisse nicht mehr aufrecht zu halten sind, wo bitte sind die Alternativen, die echten Hilfen. Die sogenannte Bazooka, die im vergangenen Jahr ausgerufen wurde, leider nur ein laues Luftpistölchen für die KMUs im Lande. Wie lange soll das so weiter gehen? Einzelnen Großunternehmen helfen? Ja, wichtig. Aber die KMUs stellen gut 90% der Wirtschaft,  die muss man unbedingt jetzt stützen.  Existenzen und deren Familien gehen kaputt. Menschen, gerade Klein- und Kleinst-Unternehmen und auch die Soloselbständigen, alle leiden weiter. Ankündigungen und Hoffnungen machen, und diese dann nicht erfüllen, dass ist unmenschlich und man spielt nicht nur mit den Ängsten der Menschen sondern auch mit deren Existenzen, da hängen Familien und Kinder dran! Und wo bleiben verdammt nochmal die versprochenen Impfstoffe?  -zip-