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Oberbürgermeisterwahl: Gelsenkirchen wählt am 13. September

veröffentlicht am Mittwoch, 16. September 2020 von zip

foto: zipdesign

Kommunalwahlen im Blick - Hohe Wahlteilnahme wichtig - jede Stimme zählt

Gelsenkirchen.  Die Kommunalwahlen NRW werfen ihre Schatten voraus, der Plakatwald in der Stadt verdichtet sich und vermittelt Meinung und Programm aller Parteien auf unterschiedlichsten Arten und Weisen.

Wir haben uns mit drei Oberbürgermeisterkandidat/-innen getroffen um deren Meinung zu aktuellen Themen zu erfahren und auch um mal zu erkunden, wie es rein menschlich um die OB-Kandidaten steht. Natürlich haben wir einen kleinen Frageleitfaden, unseren "04-Fragen" für alle drei Kandidaten gleichermaßen erstellt. Frage 01: natürlich ist uns wichtig, wie die Lage rund um die Pandemie beurteilt wird und wie man weiter damit umgehent. Frage 02 beschäftigt sich mit der Lage der Bürgerinnen und Bürger, die nun in Kurzarbeit sind oder schlimmer, sich jetzt in Arbeitslosigkeit wiederfinden, wie man damit umgeht. Frage 03 geht auf die wirtschaftliche Situation ein. Welche Maßnahmen kann man ergreifen, um kleine und mittelständische Unternehmen zu retten, Solo-Selbstständige, Künstler und Kulturschaffende über diese hohe Hürde helfen kann.  Frage 04 gibt den Kandidaten die Möglichkeit, ihre wichtigsten Themen stichpunktartig aufzuzeigen. Wir können sagen, dass die Gespräche sehr entspannt und sympathisch waren. Jeder der OB-Kandidaten hat fundiert und mit großer Überzeugung für seine Sache gesprochen. Wir möchten uns für die gegenseitige Fairness, die im Vorwahlkampf einvernehmlich ausgerufen wurde, bei den bedanken und wünschen bestmögliches Gelingen für alle... -zip- 

 

Karin Welge für die SPD
Stadtkämmerin und Krisenmanagerin für Gelsenkirchen

Auf längeren Strecken hört sie gerne Kuschelrock-Musik, beim Bügeln hört Sie lieber Heavy Metal. Natürlich war sie auch schon auf dem RockHard-Festival. Karin Welge, Oberbürgermeister-Kandidatin der SPD,  ist 57 Jahre alt, hat 2 Töchter und lebt seit 10 Jahren in der Feldmark. Aber auch das Musiktheater ist ihr lieb, freut sich, dass gerade hier der Betrieb unter einem Hygienekonzept wieder aufgenommen wurde. „Das Leben ist schwierig in diesen Tagen und das Virus ist unberechenbar,” so Karin Welge mit Blick auf die Pandemie. „Wir haben von Anfang an versucht, die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen, das ist uns zum großen Teil auch gelungen.” Sie ist Krisenmanagerin und hat mit ihrem Stab und ihren Mitarbeitern dafür gesorgt, dass die Zahlen in Gelsenkirchen stets niedrig geblieben sind, für Vorsorge umfangreich gehandelt wurde und weitsichtig Entscheidungen gegen die Ausbreitung des Virus´ gefunden. „Abstand und Maske sind unverzichtbar,” sagt Karin Welge. „Es gibt leider keinen 100% Schutz, da Leben auch gleich Begegnung ist. Aber wir alle können auf uns aufpassen und mitmachen. Wir dürfen kein Risiko eingehen, dass die Zahlen wieder nach oben treibt. Gerade im bevorstehenden Herbst und Winter, da wissen wir nicht, was noch auf uns zukommt.”  Die bisherigen Maßnahmen zur Rettung mittelständiger und Solounternehmen hält sie für effektiv, sind aber für die kommenden Monate möglicherweise nicht ausreichend. „Man wir wohl einen Strich unter das Ergebnis setzen müssen und gegen Ende des Jahres eventuell nochmal über ein Hilfspaket debattieren müssen. Sollte das Virus noch bleiben, müssen Gastronomen und andere Betroffene wichtige Entscheidungen treffen.” meint Karin Welge „Wir werden Perspektiven entwickeln müssen. Gelsenkirchener Bürger könnten jetzt einen kleinen Beitrag leisten und ein oder zweimal je Woche die Küche kalt lassen und die örtliche Gastro mit einem Besuch unterstützen, das mache ich auch so.” Grundsätzlich hat die Kurzarbeit dazu beigetragen, dass die Arbeitslosenzahlen nicht in unendlichen Höhen geschnellt sind. „Wir werden mit Sicherheit Konjunkturprogramme auflegen, die Unternehmen stützen, Arbeitsplätze erhalten und erneuern sollen. Arbeitsplatzoffensive ist das Stichwort. Um die Kulturlandschaft zu stützen haben wir Hygienekonzepte mitentwickelt, sodass jetzt in Buer und Gelsenkirchen wieder Kleinveranstaltungen möglich sind.” Als zukünftige Oberbürgermeisterin zeigt Karin Welge auf: „Ein Dreieck aus guter Arbeit, guter Willen und guter Betreuung. Es schafft Gesellschaftsstrukturen die das Auskommen und die Zukunft aller sichert. Für Arbeitgeber mit Arbeitslätze und auch die Bildung. Am Ende des Tages ist es das, was Gelsenkirchener in unserer Stadt hält und neue hinzugewinnt.”

 

Malte Stuckmann für die CDU
Gelsenkirchener setzt auf Wirtschaftsförderung

Er ist 42 Jahre alt, studierter Rechtswissenschaftler und praktizierender Rechtsanwalt in Gelsenkirchen. CDU-OB-Kandidat Malte Stuckmann ist waschechter Gelsenkirchener, verheiratet und hat zwei Söhne. Mit Frau Vera ist er seit 2009 verheiratet und gemeinsam leben sie gerne in Gelsenkirchen und Integration pur: „Miteinander leben, Spaß haben, Pläne schmieden und füreinander Verantwortung übernehmen – wer so lebt, der stellt weder Herkunft, noch Sozialisation oder Kultur der Menschen in den Fokus, dem sind Werte wie Familie und Heimat wichtig”. In seiner Freizeit genießt Malte Stuckmann eine Fahrt mit seinem Motorrad durch die Metropole Ruhr. Und im Ehrenamt engagiert er sich seit 14 Jahren in der CDU. Malte Stuckmann: „Und jetzt OB-Wahlkampf! Ich habe mich bewusst dafür entschieden, denn ich will als Oberbürgermeister Gelsenkirchen besser machen!“  Die aktuelle Zeit ist nicht einfach - Stichwort Pandemie. Malte Stuckmann appelliert an die Vernunft der Menschen und hätte als OB in Richtung Krisenstab mindestens einen weitere Akzent gesetzt: „Wir alle können das Virus bekämpfen: Abstand halten, Hygieneregeln beachten. Als OB hätte ich medizinische und pflegerische Kompetenz aus den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen unserer Stadt in den Krisenstab eingebunden.“ Stichwort Wirtschaftsstandort Gelsenkirchen. Malte Stuckmann setzt auf kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) und auf die Optimierung von Abläufen in der Verwaltung: „KMU waren und sind die Job- und Ausbildungsmotoren! Warum werden wir nicht Stadt der tausend Gründerinnen und Gründer? Kombiniert mit schnelleren und unterstützenden Abläufen in der Verwaltung. Mit kürzeren Bearbeitungswegen - mit einer rechtskonformen Vergabepolitik, die lokal und regional denkt und handelt?“ Apropos Arbeit und Ausbildung:  „Die aktuellen Arbeitslosenzahlen wären als OB mein Hauptthema in diesen Tagen! Wirtschaftsförderung sichert Unternehmen - das ist in der aktuellen wirtschaftlichen Situation ein täglicher Kampf für den Erhalt von großen wie kleinen Unternehmen. Und wir müssen uns mehr um den Übergang Schule und Beruf kümmern! Der Job der Stadt ist es, für beste Lern- und Rahmenbedingungen zu sorgen - auch hier geht Gelsenkirchen viel besser und so erhalten junge Menschen bessere Startchancen!“  Und für das Ziel einer lebens-, liebenswerten und lebendigen Stadt will der CDU-OB-Kandidat auch unkonventionelle Ideen umsetzen. Malte Stuckmann: „Warum denken wir Kulturangebote nicht neu? Zum Beispiel mit Schaustellern und Künstlern in den Einkaufsstraßen und mit begleitender Gastronomie? Gelsenkirchen geht viel besser.  Wir müssen „nur“ damit anfangen!“ 

 

David Fischer für B90/Die Grünen
Bildung und Klima sind wichtige Themen

Der Name hat schon mal was großes, geht dem Mann mit den grünen Wahlkampfschuhen etwas voraus: David Fischer ist der Oberbürgermeister-Kandidat der B90/Die Grünen und ob er mal ein Aussenminister mit Turnschuhen wird? David Fischer ist 46 Jahre alt, verheiratet und hat einen 10-jährigen Sohn. Der Schulleiter eines Oberhausener Berufskollegs ist seit 17 Jahren ehrenamtlicher Bildungspolitiker für die B90/Die Grünen in Gelsenkirchen. Er steht in der augenblicklichen Pandemie dafür, präventive Maßnahmen zu ergreifen und heilende zu fördern. „Wichtig ist, die Bevölkerung auf Zusammenhalt einzuschwören. Das hat auch was mit unserem Heimatgefühl zu tun. Jeder sollte zueinander halten und auf seinen Nächsten achten, das haben Gelsenkirchener schon oft bewiesen. Auch den Helfern in den Krankenhäusern, den Pflegepersonal und den städtischen Beamten, allen gebührt höchste Wertschätzung, sie sind unser aller Stützen in dieser Zeit.” Wirtschaftlich setzten die Grünen klar auf den Mittelstand. David Fischer: „Auf die kommt es an, davon profitiert Gelsenkirchen stark. Auch die Soloselbständigen, die müssen wir alle durch die Krise bringen, keiner darf insolvent gehen.” Arbeitsplätze müssen bewahrt bleiben, neue Perspektiven sollen geschaffen werden. „Wasserstoff, dieses Thema sollten wir nach Gelsenkirchen holen und unserer Stadt einen universitären Status verleihen. Auch wenn es eine Generationenaufgabe wird, wir müssen bereits jetzt die Impulse dafür setzen.” ist sich der Bildungspolitiker sicher. „Bildung ist der Schlüssel zur sozialen Gerechtigkeit.” Die müssen auch Soloselbstständige, Künstler und Kulturschaffende erfahren. Der Rettungsschirm muss ausgebreitet werden, Veranstaltungen und OpenAirs müssen wieder stattfinden, selbstverständlich unter Einhaltung der Regeln. „Zukünftig setzen wir auf  einen Kulturentwicklungsplan, der die freie Szenen fördern und stärken soll.” so David Fischer. Als OB möchte er alle Menschen in Gelsenkirchen mitnehmen, die städtischen Bediensteten und das gesamte Personal in den Krankenhäusern und Pflegeheimen. „Die geben jeden Tag alles.” Neue Formate zur Bürgerbeteiligung müssen geschaffen werden,  z.B. die Ratsbürger-Mitentscheidungen. „Mitgestaltung der Bürger ist sehr wichtig.” In Sachen Bildung hat David Fischer ein wichtiges Anliegen: „Wir dürfen die Schulen nicht vergessen. Es gibt einen riesigen Sanierungsstau,” sagt er auch mit Blick auf die Gesamtschule Erle. „wir dürfen aber die Bestandsschulen nicht ausser Acht lassen.” Global denken - lokal handeln, das ist ein wichtiger Aspekt den David Fischer in Gelsenkirchen angehen will. „Nicht nur auf sich schauen, sondern die veränderten Bedingen sehen und etwas dafür zu tun, um unser Weltklima wieder ins Lot zu bringen.”