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Ruhrpott-Koch Heinrich Wächter erklärt Suppen und Eintöpfe

veröffentlicht am Freitag, 28. Mai 2021 von zip

foto: zipdesign

Gemüse und weitere Zutaten werden auf dem Buerschen Wochenmarkt eingekauft

Suppen, der eine mag sie, der andere weniger. Aber Suppen sind in einer traditionellen Ruhrpott-Küche unverzichtbar, nicht wegzudenken. Schon damals, als man sich sonntags bei Omi zum Hasenbraten traf, kam als erstes die "Große weisse" auf den Tisch. Gemeint ist damit die große weisse Suppenschüssel, gefüllt mit gefühlt 4-5 Liter Vorsuppe (die kam einem als Kind wirklich sehr groß vor). Und unbedingt zu erwähnen ist die gute Hühnersuppe, im Volksmund als Oma ́s Penizillin bekannt. Eine kräftige Suppe mit ausgekochten Knochen und allerlei gesundem was Garten und Markt zu bieten haben. Kam man im Winter von Schneemannbauen halb erfroren in die gute Stube, Oma ́S Hühnersuppe brachte eine in Nullkommanix wieder auf die Beine. Das Repertoire aus Oma ́s Rezeptsammlung in Sachen Suppe war schier unerschöpflich. Frühlingssuppe,Bohnensuppe, Reissuppe und Kartoffelsuppe. Linsensuppe, Graupensuppe und jede nochmal in verschiedenen Varianten. Warum die Suppen von Oma immer so gut schmeckten und wir das heute kaum hinbekommen, etwas so schmecken zu lassen wie bei Oma? Keine Ahnung, die hatten ihre Tricks und Kniffs, Geheime Zutaten und

geheime Gewürzmischungen, nur wenige der Nachkommen kamen in den Genuss, diese in die Neuzeit mitzubekommen. Manchmal wache ich nachts auf, hatte ich doch gerade wieder von Omas Suppe gekostet und wünschte mir, nur noch einmal dieses Erlebnis zu haben.

Unsere Suppenküche

mit Heinrich Wächter

So alt wie die Bedeutung der suppenartigen Speisen für unsere Ernährung ist, ist auch das Wort Suppe an und für sich und weist in vielen europäischen Ländern eine ähnliche Schreibweise und Bedeutung auf:

Das „suppen, supfen, supen“, dem „schlürfen, trinken, saufen“ einer mehr oder weniger flüssigen Speise. Die „soppe“, eine flüssige Speise mit Einlage oder eingetunkter Schnitte oder auch „soupe“, die Fleischbrühe mit Brot als Einlage.

Früher war es im Ruhrgebiet ganz und gar unüblich, werktags mittags eine Suppen, bzw. eine Rindfleischoder Hühnerbrühe zu servieren. Das blieb den Sonnund Festtagen vorbehalten. Die Arbeit im Haus, auf dem Hof und dem Feld ließ nicht viel Zeit zum Kochen und Essen komplizierter oder langwieriger Gericht übrig. Deshalb gab es meistens nur einen Eintopf. Morgens in aller Frühe aber und abends wurden Milchsuppen, Grützen und Soppen gelöffelt, da sie satt machten und wenig kosteten.

Heute verstehen wir unter Suppe eine warme oder kalte, flüssige oder sämige Speise, welche mit oder ohne Einlage, als Vorspeise oder als vollwertiges Gericht serviert wird. Die

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Die Suppen sind’s die Himmelsgaben. Die alles Gute
in sich haben.

Sie stärken Dich und geben Kraft. Hast Du den Teller leer geschafft.

Es kocht die Mutter für die Kinder,
nur all das Gute
weil gesünder.

Das meiste aus
der Erden Schoß, ißt Du fein auf
so wirst Du groß.

Unbekannter Dichter

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Abgrenzung zum Eintopf (alles aus einem Topf) als sättigendes und somit vollwertiges Gericht verläuft fließend.

Die Zubereitung von Eintöpfen erfolgte in großen Töpfen. An arbeitsreichen Tagen waren sie unter wenig Zeitaufwand schnell zubereitet und häufigdiente die Menge, die eigentlich für zwei Tage reichen sollte, nur für eine Mahlzeit, da es allen so

gut schmeckte. Den einzelnen Regionen bot es durchaus Varianten an. Im Ruhrgebiet rührte man unter die Erbsensuppe etwas rohes Sauerkraut, oder aß dazu einen gebratenen grünen Hering.

Heute sind diese Suppen häufig Samstagsgerichte. Sie wärmen und sättigen und sind außerdem das traditionelle Essen an Schrebergartenfesten im Ruhr-

gebiet und auf Schützenfesten. Eine Suppe aus meiner Kinderzeit: „Stutensoppen“
Süßer Stuten wird in ein Schälchen gebröckelt, mit Zimt und Zucker überstreut und mit nur so viel heißer Milch übergossen, dass der Stuten zu einem Brei ausquellen kann.

Heiß essen!!!!
Lasst es Euch schmecken, Glück auf, Euer Heinrich...