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VW denkt um und setzt auf nachhaltige E-Mobilität

veröffentlicht am Donnerstag, 07. November 2019 von zip

fotos: zipdesign

Aktionswoche "GElebte Mobilität Basdorf" mit Blick in die Zukunft

Schalke. Wer hätte schon gedacht, daß aus einem Vortrag bei der Aktionswoche "GElebte Mobilität Basdorf" so viel Input ankommt. Interessante Ausstellung - ja, tolle Autos und interessante Angebote - ja. Aber was Karl-Heinz Faber, seines Zeichens "Berater alternative Antriebe für Groß- und Direktkunden der Volkswagen AG", präsentierte, das war ja nicht nur neu sondern riecht förmlich nach Innovation und ist so etwas wie eine echte Revolution. Dass der von Negativmeldungen, Skandalen und Hiobsbotschaften geschundene Autokonzern VW sich mit diesem Konzept so neu aufstellt, das war auch für das anwesende Publikum meist Neuland. 

Und jeder fragt sich, warum hat man uns das bisher nicht mitgeteilt, wo ist die Weltpresse und wo sind die Meldungen zu dieser Neuausrichtung? Nun, einige Medien berichteten zu Jahresbeginn über "Elli", indem der Konzern ankündigt, in die Stromversorgung einzutreten und diesen zu vertreiben. So bietet die neue Volkswagen-Konzern-Tochter "Elli" seit Beginn des Jahres einen bundesweit verfügbaren Ökostrom-Tarif an. Das erste Produkt von "Elli" heißt Volkswagen Naturstrom®, stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energie-Quellen und richtet sich sowohl an Privathaushalte als auch an Kleinunternehmen.  Die Zukunft heisst aber nicht nur Strom liefern. Vielmehr soll dadurch das Zukunftsmodel E-Mobilität bei VW gestützt werden. Denn VW wird in Zukunft auf die Batterie-Technologie setzen. „Ab 2040 wird es bei VW keinen Verbrennungsmotor mehr zu kaufen geben,ˮ blickt Karl-Heinz Faber voraus. „Bis 2030 will VW in Deutschland 22 Millionen E-Fahrzeuge auf die Straße bringen. Dazu investiert der VW-Konzern 30 Milliarden Euro.ˮ Schon jetzt hat VW damit begonnen, Chassis zu entwickeln, die entsprechende Batterien die Grundlage bilden. Darauf wird ein Fahrzeug, vergleichbar mit einem Typen-Baukastensystem, aufgebaut und kann mittlerweile 300 km Reichweite erzielen. Ladezeit liegt beim jetzigen Stand der Forschung bei ca. 20 bis 30 Minuten. Demnach muss Berechnungen zufolge ein Ladesystem in Deutschland wachsen, daß ca. alle 120 km Ladestromversorgung auf den Autobahnen verfügbar ist. Dazu ist VW bereit, Ladestationen in Eigenregie mit Kapazitäten bis zu 450 KW zu bauen. Ab 2020 geht es damit los. Hier wird "Elli" greifbar und ist demnach der logische Schritt zur Eigenversorgung der Ladestationen. „Zugegeben, jetzt sind E-Autos teurer als die mit Verbrennungsmotoren. Unsere Mission für die Zukunft ist es,ˮ so Faber, „attraktive und bezahlbare Autos für jedermann zu liefern.ˮ Dafür wird VW auch in die Zelltechnologie für Batterien einsteigen. Bereits jetzt hat die Umstellung auf die E-Mobilität in allen Werken in Deutschland begonnen. In Zukunft wird zum Beispiel ein ID-Bus von aussen aussehen wie ein Sharan, von innen aber Platz bieten, wie zum Beispiel in einem T6. „Ziel ist es, den Bus damit interessant für Unternehmen zu machen und dabei auf einen Preis von unter 30.000 Euro zu kommen." 

Doch damit noch nicht genug der Zukunftsvisionen: bei allen angestrebten Investitionen und Innovationen will VW es schaffen, bis 2050 ein fast klimaneutrales Fahrzeug anzubieten. „Die alten Fahrzeuge und auch die Batterien werden bis zu 97% (!) recyclebar sein.ˮ prophezeit Karl-Heinz Faber. „Wir brauchen und verwenden das ganze Material für den Bau der neuen Fahrzeuge.ˮ Das sind sehr ambitionierte Ziele, die sich VW gesetzt hat. Bis es soweit ist, läuft halt noch viel Wasser durch die Emscher. Aber warum, so fragt man sich, ist man nicht viel früher auf dieses Zukunftskonzept gekommen. Heisst nicht ein Werbeversprechen "Vorsprung durch Technik"?  Ach, das waren ja die aus Ingolstadt, aber die gehören ja eh alle irgendwie zusammen. Bei diesem Vortrag wurde gerade dieser Slogan, ungewollt, richtig spürbar. 

Richtig zufrieden war Hausherr Frank Basdorf und resümierte die Aktionswoche "GElebte Mobilität" als vollen Erfolg. „Das Thema mit der Nachhaltigkeit und dem Recycling, das ist für mich ein rundum schlüssiges Konzept, durchdacht bis zum Ende.ˮ so Frank Basdorf, „Wir haben in der Woche sehr viele Gespräche geführt und konnten somit vielen unserer Besucher die bestehenden Bedenken, ja, auch die Angst vor E-Mobilität nehmen. Mit dieser Aktion haben wir voll ins Grüne getroffen.ˮ

-zip-